Everllence liefert Dampfturbinen-Generatorstrang für Yara-Werk in Rostock
13,5-MW-Anlage nutzt Prozessdampf aus der Salpetersäureproduktion zur Stromerzeugung und verbessert die Energie- und CO₂-Bilanz des Düngemittelwerks
Everllence liefert einen Dampfturbinen-Generatorstrang an das Yara-Werk in Poppendorf bei Rostock. Die Anlage wird Prozessdampf aus der Salpetersäureproduktion in elektrischen Strom umwandeln und diesen in das werkseigene Stromnetz einspeisen. Damit erhöht Yara die Energieeffizienz des Standorts und verbessert die CO2-Bilanz des Düngemittelwerks.
Am Standort Poppendorf produziert Yara verschiedene Düngemittel für die Landwirtschaft. Bei der Herstellung von Salpetersäure fällt aufgrund des stark exothermen Prozesses eine erhebliche Wärmemenge an, die zur Erzeugung von Dampf genutzt wird. Dieser Dampf treibt über zwei bestehende Dampfturbinen zwei Everllence-Kompressoren in der Salpetersäureanlage an. Der dabei austretende Abdampf mit einem Druck von 12 bar wird künftig dem neuen Dampfturbinen-Generatorstrang von Everllence zugeführt, auf 4 bar entspannt und dabei zur Stromerzeugung genutzt. Bei Volllast verarbeitet die Anlage bis zu 75 Tonnen Dampf pro Stunde. Der erzeugte Strom wird in das werkseigene Netz eingespeist und für den Betrieb der Produktionsanlagen am Standort verwendet.
„Die chemische Industrie stellt besonders hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit, Betriebssicherheit und Effizienz ihrer Anlagen“, sagt Holger Tewes, Head of Sales and Project Management Steam Turbine bei Everllence. „Unser Dampfturbinen-Generatorstrang ist präzise auf die Prozesse bei Yara abgestimmt und ermöglicht es, den vorhandenen Prozessdampf effizient zur Stromerzeugung zu nutzen. Zugleich setzen wir eine langjährige Zusammenarbeit fort: Bereits seit den 1980er-Jahren sind Maschinen von Everllence in der Salpetersäureanlage in Poppendorf im Einsatz.“
Zum Lieferumfang von Everllence gehört ein MARC4-Dampfturbinen-Generatorstrang mit einer Leistung von rund 13,5 MW einschließlich Generator und Steuerung. Gefertigt wird die Dampfturbine im Everllence-Werk im indischen Bengaluru. Der Standort verantwortet innerhalb des Unternehmens weltweit Dampfturbinenlösungen zur Stromerzeugung mit einer Leistung von bis zu 45 MW.
„Das Projekt zeigt, wie wir unsere internationale Fertigungs- und Engineering-Kompetenz verbinden, um anspruchsvolle und individuell auf den jeweiligen Prozess abgestimmte Lösungen für unsere Kunden bereitzustellen“, sagt Hassan Ajami, Head of Turbomachinery New Equipment MEA bei Everllence. „Die Nutzung von Prozessdampf bietet der Industrie die Möglichkeit, ihre Energieeffizienz zu erhöhen und gleichzeitig die CO₂-Bilanz ihrer Produktion zu verbessern.“
Die MARC4-Dampfturbine wird gemäß den Anforderungen des Industriestandards API 612 ausgeführt. Dazu gehören zusätzliche Design- und Qualitätsprüfungen sowie ein mechanischer Testlauf auf dem 2024 errichteten Dampfturbinenprüfstand von Everllence in Bengaluru.
Darüber hinaus erfüllt der Generatorstrang die deutschen Netzanschlussbedingungen gemäß VDE-AR-N 4120. In enger Zusammenarbeit mit Yara führte Everllence mehrere dynamische elektrische Simulationen durch, um die sichere und regelkonforme Einbindung der Anlage in das Stromnetz des Werks zu gewährleisten.